“In meiner gestalterischen Arbeit nähere ich mich Möglichkeiten der Übersetzung. Ich frage mich wie ich den Transfer von einer in eine andere Sprache entlang des Lese- und Schreibbegriffs visuell begreifen kann.
In Performances, Installationen und Realisierungen von Buchkörpern untersuche ich die Ränder in Transkribition, Notation, Zuschreibung und immer mit der Frage nach Beschaffenheit in Sprache, während Materialien mit unterschiedlichen Merkmalen in Relation zueinander gesetzt werden.”

Evelyn Solinski ist Künstlerin, Verlegerin und Forscherin, die an den Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft und Design tätig ist. Seit 2017 arbeitet sie als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin an der University of Europe for Applied Sciences, wo sie den Konzeptverlag UE Publishing Practices gründete und im Forschungsteam für Innovation und Entwicklung wirkt.
In ihren Lehrveranstaltungen im Bereich Kommunikationsdesign verbindet sie experimentelle Praxis mit aktuellen gesellschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. Ihre interdisziplinären Projekte führten sie zu Kooperationen mit Institutionen wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Philharmonie Kiel und der Norwegischen Theaterakademie in Frederikstad. Ihre jüngste Veröffentlichung, AM WATT, vereint anlässlich des 15-jährigen Bestehens des UNESCO-Welterbes künstlerische, wissenschaftliche und designorientierte Perspektiven auf das Wattenmeer und beleuchtet dessen ökologische, kulturelle und soziale Dimensionen.
Evelyn ist offen für Projekte und Kollaborationen.

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WORK-IN-PROGRESS






Arbeit: Work-in-progress
Material: Papier, Wolle, Fineliner, Aquarell
Das Geflecht hält den Atem an, zur Nahstelle. Ein Übertritt. Nimm die Faser, leg sie quer zum Puls. Es wuchert im Hohlraum, eine stille Übereinkunft der Gefäße. Nichts ist eigen. Alles geliehene Dichte. Tastest du das Ventil? Der Durchlass regelt die Farbe des Tags. Ein Scharnier aus weichem Gewebe schlägt um. Es ist die Reibung, die das System warm hält.

Vier Millimeter tiefer beginnt die Verschränkung. Du ziehst die Linie nach, bis sie im Epithel verschwindet. Eins rastet in Zwei ein, ein Klickgeräusch im respiratorischen Raum. Wer speist hier wen? Die Flüssigkeit sucht sich den Weg durch die Kapillaren wie eine Verabredung ohne Ort. Wir notieren: Ein Einstrom. Ein Auslass. Die Symmetrie ist nur eine Behauptung.

Hinter der Krümmung liegt das Depot. Ein Rest Licht fällt auf die Projektionsfläche. Es filtert das Blau aus der Stunde. Wenn du drückst, gibt der Widerstand nach, ein leises Knirschen von Kalk und Kooperation. Das ist der Moment, in dem das Außen zum Sediment wird. Es lagert sich an, bildet Schichten, schreibt sich ein in die Wandung. Wer meldet sich hier an? Wer bringt die Scherben zur Ordnung? Der Takt gibt die Richtung vor, geradeaus durch die Windungen, bis die Berührung staubt. Das nehme ich mit, die Symbiose bleibt stehen. Ein Abdruck im Inneren, der nach Außen weist.

Mark