Evelyn Solinski lebt und arbeitet in Hamburg.
Das gestalterische Interesse ihrer Arbeit liegt auf einem konzeptionellen Anspruch. Ihr Repertoire umfasst Visualisierungen von Büchern, Plakaten, Installationen und Identitäten, meist im kulturellen Bereich. In ihrer persönlichen Recherche beschäftigt sie sich mit Begriffen wie Übersetzung, Notation, Transkription, Zuschreibung und Archiv.
Neben der Tätigkeit als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin, ist sie Dozentin für Sprache, Typografie und Serigrafie.
Seit 2020 leitet sie das Archiv, seit 2021 den Verlag UE publishing practices an der University of Europe for Applied Sciences.
Evelyn ist offen für Projekte und Kollaborationen.

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Ferðaþjónusta – Ísland / Human Traces in Landscapes








Arbeit: Art Direction
Ort: Island
Jahr: 2018
Schrift: Íris Rán Ægisdóttir
Herausg.: Heike Ollertz
ISBN: 978–3–948312–01–5
Fotos: Timofei Metelkin
“Island – Insel im Nordatlantik – ein Land, zwei Kontinentalplatten. An der Schnittstelle zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Platte driftet die Insel auseinander. Die Folge sind 180 aktive Vulkane, regelmäßige Erdbeben und Naturschauspiele, die uns an den Ursprung der Zeit erinnern. Das Anthropozän ist ein Begriff, der um die Jahrtausendwende von dem niederländischen Chemiker, Atmosphärenforscher und Nobelpreisträger Paul Crutzen in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs eingeführt wurde. Er weicht von der geologischen Zeitskala des Holozäns ab und beschreibt stattdessen ein Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der bedeutendsten Einflussfaktoren auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse auf der Erde geworden ist: Unberührte Natur ist selten geworden. Seit Jahrtausenden beeinflusst der Mensch seine Umwelt durch seine Lebensweise. Seit der industriellen Revolution vollziehen sich die Eingriffe in erschreckendem Tempo und mit verheerenden Auswirkungen, so dass die Sehnsucht nach unberührter Natur fernab der Zivilisation wächst. lsland ist zu einem solchen Sehnsuchtsort geworden. Während Island im Jahr 2010 noch knapp 500.000 Besucher verzeichnete, waren es 2016 bereits 1,8 Millionen. 2019 werden voraussichtlich 2,5 Millionen Touristen gezählt. Sie alle brauchen Unterkunft und Verpflegung, suchen Unterhaltung, machen Ausflüge, buchen Mietwagen, Inlandsflüge und Bustickets. Sie stellen Ansprüche an einen Wirtschaftsraum, der selbst nur 340.000 ständige Einwohner hat. Geführte Touren bringen Reisegruppen an Orte, deren Umgebung sie oft nur auf den Displays ihrer iPads und Smartphones oder durch die Sucher ihrer Kameras in Schnappschüssen sehen. Landschaften werden von Menschen geprägt, die in ihnen handeln und arbeiten. Der Tourismus formt und verändert die Landschaft und ihre Wahrnehmung.Studierende aller Fachrichtungen unternehmen regelmäßig Exkursionen nach Island. Im vergangenen Herbst beschäftigten sich die Teilnehmer:innen thematisch mit den Veränderungen in der Wahrnehmung der isländischen Landschaften im Anthropozän. Der Tourismus hat in Island stark zugenommen und verändert die Landschaft und das Land selbst.” Heike Ollertz, Professorin für Fotografie in Hamburg und Dekanin des Fachbereichs Art & Design, reist seit 2010 nach Island - zunächst für den mare Verlag, GEO, das Lufthansa Magazin und andere Redaktionen - und sagt über die Entwicklung: "Lange Zeit galt der Fisch als das Gold Islands. Inzwischen hat ihn der Tourismus überholt. Doch was bedeutet der Tourismus für dieses kleine Land? Welche Auswirkungen hat er auf die Natur und die Wahrnehmung der Landschaft?" Diese und andere Fragen waren für die Studierenden die Grundlage für ihre Auseinandersetzung mit den geografischen und kulturellen Gegebenheiten.


Die Publikation präsentiert in Zeitungsform die Ergebnisse einer Forschungsreise aus dem Herbst 2018 und bringt u.a. den Medientheoretiker Eric Aichinger, Islands Ministerpräsidentin Katrín Jakóbsdóttir, den isländischen Fotografen Ragnar Axelsson und die Elfenexpertin Tina Kvaran zu Wort.

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