








Arbeit: Fotografien
Ort: Borkum
Jahr: 2025
Ort: Borkum
Jahr: 2025
Arten wie Herzmuscheln und Miesmuscheln können mehrere Jahre alt werden – einige Exemplare tragen Jahrzehnte ihrer Umweltgeschichte in ihren Schalen. Auch nach ihrem Tod bleiben die Überreste der Muscheln Teil der Landschaft: Ihre Schalen können durch Gezeiten, Strömungen und Winde über Jahre oder gar Jahrzehnte am Strand verbleiben, bevor sie zerfallen oder ins Meer zurückgetragen werden.
Muschelfragmente wandern, werden durch Ebbe und Flut geformt und weitergetragen – manchmal nur wenige Meter, manchmal über weite Distanzen. Evelyn Solinski geht in ihrer künstlerischen Forschung den Spuren von Zeit, Veränderung und Geschichte, die den Muscheln auf Borkum eingeschrieben sind, nach – welche Fragen lassen sich aus ihren Formen lesen?
Diese Arbeit ist im Rahmen des Forschungsprojekts AM WATT an der University of Europe for Applied Sciences (UE) entstanden. In meiner künstlerischen Auseinandersetzung untersuche ich mit den Methoden der visuellen Übersetzung jene Fragmente, die das Meer hinterlässt. Ich begreife sie als Archivare eines bedrohten Ökosystems und versuche, die abstrakten Prozesse von Beständigkeit und Zerfall ästhetisch erfahrbar zu machen.
Eingebettet ist dieser Beitrag in die interdisziplinäre Untersuchung des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer auf Borkum. Das Projekt AM WATT führt Perspektiven aus Kunst, Design, Datenanalyse und Psychologie zusammen, um die ökologische und soziale Tiefe dieses Raums jenseits klassischer Dokumentation spürbar zu machen. Die daraus entstandene Publikation bündelt diese künstlerisch-wissenschaftlichen Dialoge und setzt Impulse für eine tiefere Reflexion über den Schutz und die Zukunft dieses einzigartigen Lebensraums.